Gemeinde Kolbingen, zwischen Himmel und Höhle - im Jahr 2005

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Gemeinde Kolbingen

22.10. - 23.10.2005 30jährige Partnerschaft mit L’Huisserie im Zeichen des guten Miteinanders bekräftigt 

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Die Freunde aus unserer Partnergemeinde L'Huisserie sind immer für eine Überraschung gut. Sie brachten als Gastgeschenk eine Wetterfahne aus Kupferblech mit, die in Zukunft das Rathaustürmchen zieren möge. Damit könne jeder sehen, dass aus Frankreich ein günstiger Wind wehe, so der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees aus L'Huisserie, Thierry Bailleux. Pünktlich trafen unsere Freunde am Samstagmorgen ein. Es war eine wunderbare Geste der Freundschaft, dass unsere Kindergartenkinder mit netten passenden Liedern die Begrüßung machten. „Hallo, schön dass ihr da seid", „Europa Kinderland" und das „Lied über mich" ließen die französischen Gäste die lange Busfahrt vergessen. Das Motto „Europa Kinderland, wir geben uns die Hand, die Kinder werden groß, die Träume werden Grenzenlos" und das begeisterte Winken mit den Fähnchen in den französischen Landesfarben machte deutlich, dass junge Familien und ihre Kinder den Partnerschaftsgedanken mittragen. Die Fähnchen hatten die Kinder im Kindergarten selbst gebastelt. Am Nachmittag nahmen viele die Gelegenheit wahr, den Hof der Familie Maurer zu besichtigen oder in die Höhle zu gehen. Auf dem Hof wurden die Gäste von Herrn Eduard Maurer und seiner Frau Elisabeth begrüßt. Herr Maurer stellte seine Betriebsstruktur vor. In 2 Gruppen bestand die Gelegenheit zur Besichtigung, wobei der Melkroboter alle Gäste tief beeindruckte. Ebenso die Eierproduktion und das Vermarktungskonzept über den Hofladen. Für ein gemütliches Beisammensein hatte die Familie Maurer Kaffee und Kuchen vorbereitet.

Den Festabend gestalteten Schüler der Wachtfelsschule, der Gesangverein und die Musikkapelle. Rektor Frowalt Janzer führte durch das Programm und lud die zahlreiche Gästeschar zu einer musikalischen Weltreise ein. Mit dem Begrüßungslied der Erstklässler „Bonsoir les amis", französischen Volksliedern und der Mundharmonika und einem altfranzösischen Tanz für 5 Gitarren wurde Frankreich die Referenz erwiesen. Weiter ging es mit einem Sirtaki nach Griechenland, eine alte japanische Tradition, die Teezeremonie entführte nach Japan, ehe bei einem Aufenthalt in Schweden die berühmte Pippi Langstrumpf mit ihren Piraten über die Bühne wirbelte. Es bot sich ein farbenfrohes Bild, die Schüler begeisterten und unterhielten die Gäste sehr gut.

Bürgermeister Konstantin Braun betonte, dass man Freundschaften pflegen müsse, Freundschaft lebe durch Begegnung. Es sei etwas besonderes, wenn über Ländergrenzen hinweg persönliche Beziehungen gelebt werden können. Die kommunalpolitische und persönliche Bereitschaft der Bürgerschaft sei in den vergangenen 30 Jahren vorhanden, diese freundschaftlichen Verbindungen mit L'Huisserie zu pflegen. Die Ziele, welche vor 30 Jahren angestrebt wurden, seien erreicht worden. Heute, wie seit vielen Jahren werde man sich als Freunde begegnen, für die Jugend hier in Kolbingen wie auch in L'Huisserie sei die Partnerschaft selbstverständlich, weil es eine Partnerschaft der Menschen sei. Neben der gelebten Freundschaft gebe es in der Gemeinde viele äußere Zeichen der Partnerschaft, vom Stein beim Alois-Deufel-Platz angefangen über die gepflanzten Bäume bis hin zum Place de L'Huisserie am Rathaus. Er erwähnte auch die Ehe von Philippe und Agnes Garnier. Konstantin Braun dankte Christian Briand für das Fortführen des Werks von Paul Briand und Hubert Kopp und dankte ihm ebenso, dass er Herzblut und Initiative in die Partnerschaft einbringe. Die Gründungsmitglieder des damaligen Gemeinderates mit Hubert Kopp an der Spitze, den Gemeinderäten Franz Hipp, Gregor Schad, Karl-Eugen Schad, Werner Schad, Karl Schreiber, Dieter Simon sowie den verstorbenen Gemeinderäten und Gründungsmitgliedern sagte er Dank. Für die verstorbenen Gründungsmitglieder erwähnte er Jean Hubert, der Anfang August verstorben ist. Herr Hubert war der Partner von der Familie Dieter Simon. Konstantin Braun unterstrich auch, dass Europa unsere Zukunft sei, auch wenn die Europäische Verfassung in diesem Jahr nicht in allen Ländern eine Mehrheit gefunden habe.

Dank sprach er den Vereinen aus, welche bei Bewirtung, Aufbau und Programmgestaltung mitwirkten: Freiwillige Feuerwehr, Obst- und Gartenbauverein, Ministranten, Sportanglerverein, Narrenverein, Albverein, DRK, KAB, Musikverein und Gesangverein. Ebenso dankte er dem Partnerschaftskomitee, den Frauen des Gemeinderates für die Dekoration sowie seinen Mitarbeiterinnen Frau Irmgard Braun und Frau Elvira Mattes für die intensiven organisatorischen Vorarbeiten.

Auch der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees aus L'Huisserie, Thierry Bailleux sowie Bürgermeister Christian Briand erinnerten an die gemeinsamen Wurzeln, die Stimmungslagen und Begegnungen der vergangenen Jahre. Die Kinder seien die Zukunft. Voll des Lobes waren sie über die Beiträge des Kindergartens und der Schule. Bürgermeister Christian Briand betonte insbesondere, dass die Ablehnung der europäischen Verfassung durch die Bürger in Frankreich nicht gegen Europa gerichtet war, sondern gegen die französische Innenpolitik. In L'Huisserie sei die Abstimmung positiv gewesen. Als neues Zeichen der gemeinsamen Partnerschaft überreichten sie eine Wetterfahne. Der Gesangverein und die Musikkapelle gestalteten den weiteren Abend, wobei die Musikkapelle mit dem Narrenmarsch am Ende ihres Unterhaltungsteils und zum Abschluss der Veranstaltung die Stimmung auf den Höhepunkt brachte.

Für den Sonntag hatte das Partnerschaftskomitee eine Fahrt nach Gailingen in das Weingut Zolg organisiert. In der Besenwirtschaft wurde ein zünftiges Vesper gereicht und eine Weinprobe genossen. Die Stimmung war sehr ausgelassen. Gut gelaunt fuhr man mit 3 Bussen weiter nach Konstanz, wo jeder die Möglichkeit hatte, die Stadt zu besichtigen. Am Sonntagabend traf man sich dann in der Festhalle zu einem gemütlichen Unterhaltungsabend, wobei es Thomas Stahl hervorragend verstand, für Stimmung zu sorgen. Am Montag verabschiedete man sich auf Wiedersehen im kommenden Jahr.